2 Monate 'cruelty-free' – Meine Gedanken & Erlebnisse

by - Montag, Januar 15, 2018


Heute ist es auf den Tag genau zwei Monate her, seitdem "Living cruelty-free" online ist. In dieser Zeit hat sich unheimlich viel verändert. Angefangen hat alles mit der "Vegan-Food-Challenge", für die ich mich den gesamten November lang vegan ernährt habe. Ich kann die Momente an einer Hand abzählen, in denen mir der Verzicht auf Lebensmittel tierischen Ursprungs schwer gefallen ist. Und ebenso an einer Hand abzählen kann ich die Momente nach der Challenge, in denen ich wieder Milchprodukte konsumiert habe. Da war dieser eine Abend auf dem Weihnachtsmarkt, an dem ich einfach nicht tatenlos am Crêpes-Stand vorbeigehen konnte. Und Heilig Abend, als meine Schwester mit selbstgemachtem Nutella-Tiramisu vor der Tür stand. Man kann also sagen ich bin nicht immer konsequent, aber ich gebe mein Bestes. Mir fällt es im Alltag absolut nicht mehr schwer vegan zu essen, selbst beim Einkauf greife ich gar nicht mehr zu tierischen Produkten. Nur verbieten möchte ich mir nichts, denn das halte ich für ungesund. Ich will nicht das Gefühl haben zu "sündigen", wenn ich einmal im Monat eine Pizza esse. Ich will kein schlechtes Gewissen haben, denn essen soll Spaß machen. Meinen Freunden war aber schon während der Challenge klar, dass ich damit nicht von einem Tag auf den anderen wieder aufhören kann. Mir ist nur wichtig dabei nicht dogmatisch zu werden, und alles, was ich mir in den letzten Monaten angelesen habe, jedem auf die Nase zu binden. Weiteres dazu kannst du dir aber auch in meinem Fazit-Video zur Challenge anschauen. 

Natürlich haben sich aber auch schon ein paar Kritiker zu Wort gemeldet. Wenn mich heute jemand fragt, warum ich denn zum Beispiel keine Milch mehr in meinem Kaffee haben möchte, dann fasse ich knapp zusammen warum ich das nicht mehr mit gutem Gewissen tun kann, und erhalte im Gegenzug nicht selten die Predigt, man müsse doch nur darauf achten woher man seine Milch bezieht. Allgemein erzählen mir immer mehr Menschen, dass sie die Problematik der Massentierhaltung kennen, und deshalb ohnehin immer ihre tierischen Produkte auf dem Markt in Bio-Qualität kaufen. Seien wir ehrlich – wer kauft denn schon wirklich immer Bio? Schließlich macht das Geschäft nur fünf Prozent des gesamten Lebensmtittelumsatzes in Deutschland aus.

Auch die Aussage "Ich könnte das ja nie" bekomme ich immer und immer wieder zu hören. Ich "könnte das vor einigen Monaten auch niemals", und schau mich heute an. Ich war immer davon überzeugt, dass ich nie ohne Käse leben könnte. Heute habe ich wirklich super selten Heißhunger darauf. Der Körper gewöhnt sich an das, was er bekommt, und entwöhnt sich schneller als wir denken. Ich hätte es selbst nicht für möglich gehalten, aber ich schätze man braucht einfach ein bisschen Durchhaltevermögen, und dann geht es irgendwann wie von selbst. Ich weiß noch wie ich mir vor gut einem Jahr fast jeden Morgen auf dem Weg zur Arbeit einen Latte Macchiato beim Bäcker geholt habe, und mich damit an kalten Tagen immer aufwärmen konnte. Heute geht das nicht mehr einfach so, und ich denke nicht mal mehr dran. Das spart übrigens auch Geld und Plastik.



Und wie sieht's mit Kosmetik aus?

Beim Thema tierversuchsfreie Kosmetik bzw. Kosmetik ohne tierische Inhaltsstoffe fällt mir das etwas schwerer. Insbesondere deshalb, weil ich eine Problemhaut habe und auf so viele Stoffe allergisch reagiere. Mir ist es bisher schon zweimal passiert, dass meine Haut von einigen Produkten aus der Naturkosmetik (die ich mir in den letzten Wochen zum Umstieg gekauft habe) unglaubliche Reizungen bekommen hat. Außerdem trage ich im Alltag so gut wie immer Make-up, und habe leider noch keine Produkte gefunden, mit denen ich beispielsweise wasserfeste Mascara leicht abbekommen kann, ohne stundenlang im Bad zu stehen. Wie ich bereits in meinem letzten Beauty Talk erwähnt habe nutze ich derzeit die Produkte von Origins und bin damit sehr zufrieden. Origins führt weder Tierversuche durch, noch gibt das Unternehmen welche in Auftrag, ausgenommen von denen, die gesetzlich vorgeschrieben sind (mehr dazu hier).

Auch bei der Haarpflege hat es etwas gebraucht. Super viele Naturkosmetik-Shampoos sind für meine Haarstruktur viel zu feuchtigkeitsarm. Zwei unterschiedliche Pflegeserien auf Naturbasis haben meine Haare glanzlos werden lassen und total ausgetrocknet. Mittlerweile habe ich ein Shampoo und eine Spülung gefunden die ganz gut funktionieren. Ich werde mich da also definitiv noch mehr ausprobieren müssen, allerdings möchte ich immer erst ein Produkt aufbrauchen, um nicht zu viel zu konsumieren. Ich mag es in meinen Schränken gerne übersichtlich.

Fair Fashion = eine Alternative?

Das Thema Fashion möchte ich definitiv in nächster Zeit hier auf dem Blog etwas präsenter werden lassen. Allerdings hat sich diesbezüglich in den letzten Wochen einfach sehr wenig ergeben, was ich hätte zeigen können. Ich kaufe mir selten neue Sachen, denn mein Stil ist eher minimalistisch. Wenig Farben, gut sitzende Teile, die am Besten alle miteinander harmonieren – die klassische Capsule Wardrobe. Ok – ein paar Teile fallen dann doch ein bisschen aus dem Raster. Ich wurde auf Instagram letztens gefragt, ob ich mal etwas mehr auf meinen Kleiderschrank eingehen kann, und das werde ich sicherlich bald auf die eine oder andere Art umsetzen. Mit Fair Fashion habe ich mich nicht groß weiter beschäftigt, allerdings wird das bei meinem nächsten Einkauf sicherlich Thema werden.


Wie geht es jetzt weiter?

"Living cruelty-free" war ein Projekt, durch das ich angefangen habe meinen Alltag so zu gestalten, ohne dass ich durch meinen Konsum Tierleid unterstütze. Ich denke ich bin noch nicht an dem Punkt angekommen, an dem ich sagen kann "Ich lebe cruelty-free", aber ich bin definitiv nicht mehr vollkommen weit entfernt davon. Ich möchte weiterhin versuchen Entscheidungen zu treffen, die für niemanden zum Nachteil werden. Ich möchte weiterhin versuchen Entscheidungen zu treffen, für die niemand leiden oder sterben muss. Ich habe mir überlegt einen Artikel zu schreiben, mit den absoluten Highlights der letzten Wochen. Welche veganen Lebensmittel habe ich geliebt? Welche Pflegeprodukte will ich nicht mehr hergeben? Erzähl mir gerne, was dich interessieren würde. Ich habe einfach so viel Positives für mich mitgenommen, dass ich es unbedingt teilen möchte.

Aber ich verurteile jetzt nicht plötzlich jeden, der anders denkt und handelt, als ich. Schließlich habe ich mich vor einigen Jahren ja auch noch nicht mit dem Thema beschäftigt. Ich möchte bloß einen kleinen Anstupser geben. Zum Beobachten der eigenen Gewohnheiten, und wen sie vielleicht indirekt beeinflussen könnten. Das werde ich auch weiterhin tun. Und ich werde darin hoffentlich jeden Tag ein Stückchen besser.










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4 Kommentare

  1. Hast du schon mal das Abschminköl von Balea versucht? Geht super schnell, schonend und ist ohne Tierversuche! Und bei Hautpflege kann ich die i+m freistil sensitiv Reihe sehr empfehlen. :)

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    1. Danke für die Tipps! Nein, das habe ich noch nicht versucht, werde ich aber definitiv nachholen. Die Produkte von i+m suche ich schon überall, muss mal in einem größeren DM schauen.

      Liebe Grüße

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  2. Ich freue mich schon auf weitere Posts und finde dein Projekt, wie du es nennst, echt super spannend! Was mich noch interessieren würde, ist, ob du vielleicht einige vegane Lebensmittel (oder Rezepte) empfehlen kannst, die man unverpackt oder z.B. in Glasflaschen kaufen kann - das ist (neben meiner gelegentlichen Sehnsucht nach Käse) nämlich mein größtes Problem. Bioland-zertifizierte Milch von einem regionalen Lieferanten gibt es hier im Supermarkt z.B. in Glasflaschen, aber leider keine pflanzliche Alternative... Und nachdem ich in "a plastic ocean" gesehen habe, wie Tiere mit Plastik im Magen verenden, weiß ich oft nicht, was nun besser ist - der Joghurt im Pfandglas oder der Soja-Joghurt im Plastikbecher. Vermutlich kann man gar nicht alles richtig machen, aber zum Glück gibt es immer mehr Menschen wie dich, die sich zumindest damit auseinander setzen, für wen nun das eigene Handen/Konsumverhalten was für Konsequenzen mit sich bringt!

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    1. Du hast so recht, mit dem Plastikproblem! Ich versuche da mal evtl. eine neue "Challenge" draus zu machen, denn wie du schon sagst, gibt es sehr wenige pflanzliche ALternativen in Glasflasche/-verpackungen. Ich taste mich beim Thema Plastik erst noch ran, aber denke selber machen ist da eine gute Sache. Insbesondere Hafermilch oder Mandelmilch kann man ja auch selbst herstellen, was ich allerdings auch noch nie ausprobiert habe. Ich danke dir sehr für deinen Input, das hat mich definitiv zu einem Blogpost bezüglich des Themas inspiriert.

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