Vegan-Food-Challenge: Bleibe ich vegan? Mein Fazit

by - Montag, Dezember 18, 2017

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Der zweite Teil meiner Vegan-Food-Challenge ist endlich online. Ich nehme euch wieder mit durch meinen Alltag, zeige euch meine (neuen) Essgewohnheiten und verrate welche Lebensmittel in meiner Küche nicht mehr fehlen dürfen. Außerdem beantworte ich endlich die Frage: Werde ich mich weiterhin vegan ernähren? Neben dem Video gehe ich hier nochmal ausführlicher in einige meiner Erfahrungen und Gedanken ein.


Aller Anfang ist schwer 

Vorbereitung ist das A und O – das stelle ich schon gleich am Anfang der Challenge fest. Unterwegs schnell beim Bäcker ein Brötchen holen? Fehlanzeige, wenn ich nicht vorhabe es trocken zu essen. Auch auf der Arbeit musste ich Vorkehrungen treffen. An der Kaffeemaschine einen Capuccino ziehen war nicht mehr möglich, also habe ich mir regelmäßig meine Pflanzenmilch mitgenommen. Hatte ich die allerdings mal vergessen musste Tee herhalten. Wer seinen Kaffee ohnehin schwarz trinkt hätte da weniger Probleme. Auch ein Familienbesuch lief nicht unbedingt so, wie ich es mir erhofft hatte – aber mehr dazu im Video. Ich habe schnell gemerkt, wie falsch ich all die Jahre gelegen habe, mit der Meinung mich selbst ja "niemals" vollkommen vegan ernähren zu können. Das Geheimnis des Könnens liegt im Wollen. Wenn jemand meint, er könne nicht auf Dieses oder Jenes verzichten, dann will er es bloß nicht doll genug. Vorausgesetzt es liegen nicht zu viele Unverträglichkeiten vor.

Das erste mal vegan einkaufen 

Mein Verdacht hat sich gleich zu Anfang der Challenge bestätigt: ich stand minutenlang im Supermarkt und musste mir bei jedem abgepackten Produkt die Rückseite durchlesen. Oft wurde ich enttäuscht, denn die meisten Produkte, die normalerweise in meinem Einkaufswagen gelandet wären, waren nicht vegan. Allerdings muss ich sagen, dass ich schon nach gut zwei Wochen genau wusste, zu welchen Produkten ich bedenkenlos greifen kann, weshalb sich das Problem also wirklich sehr schnell in Luft aufgelöst hat. Es kommt natürlich immer auf den Supermarkt an und welche Produkte sie dort verkaufen. Grundsätzlich habe ich mir schnell einprägen können, welche Produkte vegan sind, und musste gar nicht mehr jede Verpackung inspizieren.

Auf den Geschmack kommt's an

Ich habe das Gefühl, dass meine Geschmacksnerven viel intensiver geworden sind, seitdem ich überwiegend selbst koche und nur wenig verarbeitete Produkte esse. Vor allem was Süßes angeht. Niemals hätte ich gedacht, dass mir ein Apfel genauso gut schmecken kann, wie Fruchtgummi und Co. Auf Ersatz- und Fertigprodukte kann ich allerdings nicht vollkommen verzichten. Nach einem langen Tag ist mir einfach nicht immer danach, mich noch eine halbe Stunde hinter den Herd zu stellen. Bei veganen Ersatzprodukten wie beispielsweise Käse muss man allerdings erstmal ein bisschen rumprobieren, bis man eine Sorte gefunden hat, die einem schmeckt. Veganer Käse ist nicht gleich veganer Käse. Es gibt von Hersteller zu Hersteller super viele Unterschiede. Gerade bei verpackten Produkten habe ich mich in den letzten Wochen immer wieder gefragt, warum sie oft sehr fad und ungewürzt schmecken. Ich schätze das liegt daran, dass viele Hersteller darauf achten, keine zusätzlichen Geschmacksverstärker zu verwenden. Es gibt schließlich viele Veganer die auch aus gesundheitlichen Gründen auf tierische Produkte verzichten.


Reaktionen von Außenstehenden

Grundsätzlich hat mein Umfeld nichts verurteilt sondern eher interessiert auf meine veränderten Essgewohnheiten reagiert. Niemand hat mir dumme Sprüche um die Ohren geworfen – allerdings sollte man in diesem Fall auch erstmal die Personen in seinem Umfeld hinterfragen. Freunde und Familie haben immer wieder gefragt was meine Gründe dafür sind, und ob mir etwas fehlen würde gepaart mit Bemerkungen wie "Ich könnte nie auf Käse oder Vollmilchschokolade verzichten – da kommt doch keine vegane Alternative ran". Fun Fact: in der Regel lässt man tierische Produkte ja auch nicht weg, weil man der Meinung ist, sie würden nicht schmecken. Trotzdem – ich bin nicht in der Position irgendjemanden zu belehren. Es ist nicht mein Anliegen jedem zu erzählen, dass ich vegan esse und ich brauche auch niemandem meine Ideale aufdrücken. Deshalb gehe ich auf große Diskussionen, in denen mir jemand erklären will warum er Fleisch, Fisch, Eier und Milchprodukte ganz ohne schlechtes Gewissen konsumieren kann, meistens gar nicht ein. Ich habe ja vor einigen Wochen noch selbst regelmäßig Eier gegessen, ohne das zu hinterfragen.

Bin ich eine Heuchlerin?

„Na deine Schuhe sind aber auch nicht vegan.“ Danke dass gerade du, der so ziemlich gar nicht über sein Konsumverhalten nachdenkt, mich auf meine Inkonsequenz aufmerksam machst. Dieses Schwarz-Weiß-Denken mancher Menschen werde ich nie verstehen. Wenn du in einem Teil deines Lebens nicht umweltbewusst bzw. ethisch korrekt handelst, dann verliert der Teil, indem du es konsequent tust ja nicht an Wert? Aber solche Aussagen sind lediglich Selbstschutz derer, die auf gar nichts achten. Ich muss mich am Ende des Tages nur vor mir selbst rechtfertigen.

Und in Zukunft? Ich bin keine 'Veganerin'

Auch in Zukunft werde ich mich überwiegend vegan ernähren. Zuhause habe ich ja ohnehin keine Probleme damit gehabt. Wenn ich eingeladen werde oder generell außerhalb esse werde ich abwägen, mich aber wenn möglich sicherlich für die vegane Variante entscheiden. Ich will mir allerdings kein Lebensmittel verbieten. Wenn es mich einmal im Monat packt, dann esse ich eben die Käsepizza oder das Milcheis. Wenn ich bei Freunden zum Essen eingeladen werde und es ist ein bisschen Honig im Salatdressing werde ich damit leben können. Ich befinde mich in einem Prozess, sei es beim Thema Ernährung, aber auch beim Thema Kosmetik und Kleidung. Ich muss nicht alles von heute auf morgen verändern. Genau deshalb würde ich von mir selbst auch nie behaupten 'Veganerin' zu sein. Veganismus ist ein Lebensstil, der weit mehr beinhaltet als die Ernährung. Ich brauche keine Bezeichnung, kein Label, das mich eventuell einschränken würde. Ich gehe diesen Weg für mich selbst. Und ich will und muss niemandem Rechenschaft ablegen, nur weil ich nicht 100 Prozent konsequent bin.









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