Beauty Talk #1: Was schmiere ich mir eigentlich ins Gesicht?

by - Montag, November 27, 2017


Hast du dir schon einmal Gedanken darüber gemacht, was du dir alles in dein Gesicht schmierst? Ob deine Pflegeartikel oder dein Make-Up tierische Erzeugnisse beinhalten oder sogar an Tieren getestet wurden? Ich schon. Allerdings habe ich den Gedanken schnell wieder verworfen und ganz unbedacht weiter konsumiert. Weil ich zu bequem war. Weil sich die Produkte, die ich jeden Tag benutze, für mich bewährt hatten. Warum also umstellen, wenn ich doch zufrieden bin?

Die Sache mit den Tierversuchen

Es herrscht der weit verbreitete Irrglaube, dass in weiten Teilen Europas Tierversuche für Kosmetik verboten sind und wir unbedenklich konsumieren können. Richtig ist allerdings, dass die Europäische Union zwar seit 2003 Tierversuche für Kosmetik und deren Rohstoffe verbietet, die Tests allerdings für chemische Inhaltsstoffe unabdingbar sind. Schaut man mal in die Verkaufsregale von dm, Rossmann, Douglas und Co. kann man schnell feststellen, dass sehr viele Produkte chemische Stoffe enthalten und man mit dem Kauf eben wohl Tierversuche indirekt mitfinanziert (nähere Informationen dazu findest du hier). So viele Gedanken ich mir in den letzten Jahren darüber gemacht habe welche Nahrung ich meinem Körper gebe, so wenig Gedanken habe ich mir darüber gemacht, was ich auf meinen Körper schmiere und vor allem welche Prozeduren ich damit unterstütze. So viel ist sicher.

Natur bedeutet nicht gleich vegan 

Das Kosmetik-Ideal wäre für mich also wohl vegane, tierversuchsfreie Naturkosmetik. Ohne Chemie, ohne tierische Inhalte und für die kein Lebewesen leiden musste. Was ich bereits durch meine Recherche gelernt habe: das eine schließt das andere nicht automatisch mit ein. Naturkosmetik basiert zwar auf pflanzlichen Rohstoffen, kann allerdings auch Erzeugnisse von lebenden Tieren wie beispielsweise Milch, Eier, Honig und Co. sowie von wirbellosen Tieren enthalten. Rohstoffe von toten Wirbeltieren (z.B. Nerzöl, tierische Fette etc.) sind allerdings nicht erlaubt. Für die Herstellung von tierversuchsfreier Kosmetik werden weder für das Produkt selbst noch für dessen Inhaltsstoffe Tierversuche durchgeführt beziehungsweise in Auftrag gegeben. Es kann allerdings sein, dass sich in tierversuchsfreier Kosmetik tierische Inhaltsstoffe befinden. Vegane Kosmetik weist keinerlei tierische Inhalte auf, sondern basiert auf pflanzlichen oder synthetischen Rezepturen. Es werden hierfür ebenfalls keine Tierversuche durchgeführt oder in Auftrag gegeben.

Was wirklich drin steckt 

Wenn ich mich jetzt aus ethischen Gründen dafür entscheide, meine Kosmetik zumindest für den Anfang erstmal auf tierversuchsfreie Produkte umzustellen, dann macht es für mich sehr wohl einen Unterschied, ob die Erzeugnisse von einem lebendigen Tier stammen oder von einem bereits toten Tier, welches Leid ausgesetzt und letztendlich getötet wurde. Der Grund dafür, dass viele Firmen tierische Inhaltsstoffe verwenden ist einfach: sie sind oft günstiger. Und die Gesetzeslage macht es ihnen dazu noch leicht, denn konkret deklarieren müssen sie die Inhalte nicht. Bei vielen Rohstoffe (beispielsweise Glycerin) stellt sich die Frage, ob sie nun synthetisch hergestellt wurden oder vom Tier stammen. Deshalb kann man bei den meisten Produkten gar nicht richtig beurteilen, was wirklich drin steckt. Hier erstmal eine kleine Übersicht von tierischen Rohstoffen, die häufig für kosmetische Produkte verwendet werden. Eine detaillierte Übersicht sämtlicher Marken und deren Verwendung tierischer Inhalte beziehungsweise Durchführung von Tierversuchen findest du zum Beispiel hier.


Und die Kosmetik die ich verwende? 

Um die Pflegeprodukte die ich derzeit verwende auf ihre Inhaltsstoffe zu prüfen habe ich erstmal einen Online-Dienst gesucht, der mir nähere Informationen zu den kosmetischen Inhaltsstoffen meiner Produkte geben kann. Schnell bin ich auf Codecheck gekommen, was mir meine Recherche immens erleichtert hat. Ich scannte einfach den QR- oder Barcode meiner Produkte und die App spuckte mir sofort alle benötigten Informationen und Einordnungen der einzelnen Inhaltsstoffe aus. Das Ergebnis? Ich benutze zurzeit ausschließlich Produkte, die weder tierversuchsfrei noch vegan sind. Allgemein bin ich wirklich überrascht, was sich alles in meiner Kosmetik befindet: Milchzucker im Duschgel oder tierisches Glyzerin in der Gesichtspflege. Aber so richtig sagen was jetzt wirklich in den einzelnen Produkten drin steckt kann ich nicht. Weil eben viele Rohstoffe tierisch, aber auch synthetisch hergestellt worden sein könnten. Die Inhaltsstoff-Listen auf kosmetischen Produkten sind also wirklich nicht sehr transparent und geben wenig Aufschluss.


Ich will eine Veränderung. Jetzt. 

Mit bis zu zwei Quadratmetern Fläche ist meine Haut mein größtes Sinnesorgan. Ich möchte endlich anfangen darauf zu achten, welche Inhaltsstoffe ich an sie ran lasse. Aber ich bin ganz ehrlich: beim Thema Pflege ist es mir wichtig, dass die Produkte gut riechen und sich gut einarbeiten lassen. Deshalb kann ich mir vorstellen, dass es gerade im Bereich Naturkosmetik etwas dauern kann, bis ich etwas gefunden habe, mit dem ich mich vollkommen zufriedengeben kann. Bevor ich aber komplett durchdrehe und meine Schrankinhalte allesamt in den Müll befördere möchte ich erstmal genau überlegen, welche Produkte ich wenigstens noch aufbrauchen möchte, und welche ich eventuell noch verschenken kann. 

Aber ich werde mich jetzt erstmal mit einigen tierversuchsfreien bzw. veganen Produkten beschäftigen. Bevor ich hier auf dem Blog zeige, welche Produkte es in meine neue Pflegeroutine geschafft haben möchte ich diese allerdings erstmal ein paar Wochen testen. Auf Instagram (@living_crueltyfree) bekommst du allerdings schon erste Einblicke, mit welchen Firmen ich mich bereits vertraut gemacht habe. Für mich ist es nicht essenziell ausschließlich vegane Produkte oder Naturkosmetik zu verwenden. Zumindest nicht einfach so von heute auf morgen. Aber meine Kosmetik soll immerhin tierversuchsfrei sein und nicht bloß aus Chemie bestehen. Mir ist bewusst, dass bei „echter“ Naturkosmetik auch die Verpackungsfrage ins Spiel kommt. Deshalb will ich ausdrücklich klar machen, dass ich lange nicht perfekt bin und das auch gar nicht mein Ziel ist. Ich möchte lediglich ein bisschen mehr auf mich und meinen Körper hören, und möglichst Marken unterstützen, hinter denen ich auch stehen kann.









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1 Kommentare

  1. Die Grafik ist ja super! Sehr interessant auf jeden Fall. Ich versuche auch vegane Produkte zu kaufen, bin da aber nicht dogmatisch.

    Liebe Grüße!

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